Immer mehr Schülerinnen und Schüler nutzen Smartphones mit schneller Datenverbindung. Da bleibt es nicht aus, dass auch Videos von realen Gewaltszenen und Tötungshandlungen unter den Schülerinnen und Schülern verbreitet werden. Das solche Inhalte schwer jugendgefährdend sind, dürfte auf den Hand liegen. Doch was kann die Lehrkraft tun, wenn sie von solchen Inhalten auf Schüler/-innen-Handys erfährt?

Welche Arten von Gewaltvideos gibt es?

Sogenannte Snuff-Videos (aus dem Englischen „to snuff out“ – ausblasen, auslöschen) zeigen meist sehr kurze, zusammenhangslose Tötungsdarstellungen. Diese entstammen entweder Filmproduktionen oder zeigen reale Tötungshandlungen, z. B. Enthauptungen, Steinigungen, Leichenschändungen. (s. Wikipedia)

Unter Schülerinnen und Schülern verbreitet sind außerdem sogenannte Happy-Slapping-Videos. Dort nutzen die Täter ihre Smartphonekameras, um Gewalttaten zu filmen und diese später im Internet zu veröffentlichen bzw. über Kurzmitteilungsdienste zu versenden. (s. Wikipedia)

Sind Gewaltvideos strafbar?

Das bloße Anschauen von Gewaltvideos ist nicht strafbar. Allerdings unterliegen die Herstellung und die Verbreitung von Medien, die grausame oder unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen zeigen der Strafbarkeit nach § 131 StGB und können mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden. Darüber hinaus dürfte in manchen Fällen außerdem eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereich der Opfer vorliegen (§ 201a StGB), welche sogar mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden kann.

Was kann die Lehrkraft bei Gewaltvideos tun?

Wie bereits beschrieben können Lehrkräfte als „erzieherische Einwirkung“ im Sinne des § 53 SchulG Smartphones und Handys wegnehmen. Erlangt eine Lehrkraft Kenntnis von Gewaltvideos auf Handys von Schülerinnen und Schüler, dürfte die sofortige Wegnahme auch verhältnismäßig sein − anders als bei „bloßen“ Störungen des Unterrichts ist also keine vorherige Ermahnung notwendig.

Besteht zudem der Verdacht einer Straftat (s. oben), sollten zudem unbedingt Schulleitung und Polizei informiert werden. Nur die Polizei ist berechtigt, das Smartphone von Schülerinnen und Schülern zu durchsuchen und gegebenenfalls ein Strafverfahren einzuleiten.

Aufklärung ist wichtig

Neben den oben beschriebenen repressiven Maßnahmen gegen Gewaltvideos ist auch eine vorherige Aufklärung und Prävention enorm wichtig. Auf der Website „Handysektor“ lässt sich eine Broschüre zum Thema „Gewalt auf Handys“ herunterladen (Link), welche die Schülerinnen und Schüler für dieses Thema sensibilisiert.

 

Empfohlene Literatur zu diesem Thema (teilweise Partnerlinks)