Das Thema Hausaufgaben führt häufig zu Diskussionen von Schülerinnen und Schülern mit der Lehrkraft. Zu viel, zu schwer und eigentlich total unnötig − das bekommen Lehrerinnen und Lehrer fast täglich zu hören. Doch wie sieht es eigentlich rechtlich aus? Gibt es irgendwelche Vorgaben zum Umfang und Inhalt der Hausaufgaben? Das soll dieser Beitrag klären.

Müssen Schülerinnen und Schüler Hausaufgaben erledigen?

Ja, die Pflicht zur Erledigung von Hausaufgaben steht sogar im Schulgesetz NRW. Dort heißt es in § 42 Abs. 3 SchulG NRW:

Schülerinnen und Schüler haben die Pflicht daran mitzuarbeiten, dass die Aufgabe der Schule erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann. Sie sind insbesondere verpflichtet, sich auf den Unterricht vorzubereiten, sich aktiv daran zu beteiligen, die erforderlichen Arbeiten anzufertigen und die Hausaufgaben zu erledigen. (…)

Welche Inhalte sind bei Hausaufgaben zulässig?

Hausaufgaben sollen nach einem Erlass des Schulministeriums NRW die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler unterstützen. Konkret heißt es in dem Erlass vom 05.05.2015:

(…) Sie können dazu dienen, das im Unterricht Erarbeitete einzuprägen, einzuüben und anzuwenden. Sie müssen aus dem Unterricht erwachsen und wieder zu ihm führen, in ihrem Schwierigkeitsgrad und Umfang die Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Neigungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen und von diesen selbständig ohne fremde Hilfe (…) erledigt werden können.

Innerhalb dieses Rahmens hat die Lehrkraft einen relativ weiten Ermessensspielraum, welche Inhalte sie ihren Schülerinnen und Schülern als Hausaufgaben aufgibt.

Nicht erlaubt sind allerdings Hausaufgaben, die dazu dienen, Fachunterricht zu verlängern, zu ersetzen oder zu kompensieren. Auch Hausaufgaben zur Disziplinierung von Schülerinnen und Schülern, also die klassischen „Strafarbeiten“ sind nach dem oben genannten Erlass verboten.

Welchen Umfang dürfen Hausaufgaben haben?

Auch zum Umfang der Hausaufgaben macht der Erlass des Schulministeriums NRW einige Angaben. In zeitlicher Hinsicht müssen Hausaufgaben so bemessen sein, dass sie, bezogen auf einen einzelnen Tag, in folgenden Arbeitszeiten erledigt werden können:

  • Primarstufe:
    • Klasse 1 und 2: 30 Minuten
    • Klasse 3 und 4: 45 Minuten
  • Sekundarstufe I:
    • Klassen 5 bis 7: 60 Minuten
    • Klassen 8 bis 10: 75 Minuten

Für die Sekundarstufe II macht das Schulministerium keine zeitlichen Vorgaben, so dass hier ein weiter Ermessensspielraum der Lehrkraft besteht. Allerdings müssen Lehrkräfte beim individuellen Hausaufgabenumfang immer berücksichtigen, ob die Schülerinnen und Schüler durch Referate, Vorbereitungen auf Klassenarbeiten und Prüfungen und andere Aufgaben zusätzlich gefordert sind.

Gibt es an Ganztagsschulen Hausaufgaben?

An Ganztagsschulen gibt es in der Sekundarstufe I keine Hausaufgaben. An deren Stelle treten Lernzeiten während des Schultages, so dass es keine schriftlichen Aufgaben mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen.

Sind Hausaufgaben abends, an Wochenenden und in den Ferien erlaubt?

Nein, nach dem Erlass des Schulministeriums NRW müssen die Schulen sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht, an Wochenenden sowie an Feiertagen keine Hausaufgaben machen müssen. Gleiches gilt für die Ferien − diese sollen allein der Erholung der Schülerinnen und Schüler dienen.

Dürfen Hausaufgaben benotet werden?

Nein, der Erlass des Schulministeriums NRW regelt klar:

Hausaufgaben werden regelmäßig überprüft und für die weitere Arbeit im Unterricht ausgewertet. Sie werden nicht benotet, finden jedoch Anerkennung.

 

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