Die Situation ist wohl jeder Lehrkraft bekannt: Ein/-e Schüler/-in stört den Unterricht; auch mehrmaliges Ermahnen bringt keine Besserung. Darf man als Lehrkraft den/die Schüler/-in nun für den Rest der Stunde vom Unterricht ausschließen? Und wie verhält es sich mit mehreren Schülern/-innen?

Darf man störende Schüler/-innen der Klasse verweisen?

Verletzt ein/eine Schüler/-in durch nachhaltiges Stören des Unterrichts seine Pflichten kann auf ihn erzieherisch eingewirkt werden. Das bestimmt § 53 SchulG NRW und liefert direkt eine (nicht abschließende) Aufzählung erzieherischer Einwirkungen mit. Hier lässt sich auch „der Ausschluss von der laufenden Unterrichtsstunde“ finden.

Wann kann ein/eine Schüler/-in ausgeschlossen werden?

Erzieherischer Einwirkungen müssen stets verhältnismäßig sein. Das heißt:

  • Nur geringfügig einmalige Störungen können nicht mit einem Unterrichtsausschluss geahndet werden.
  • Bei nachhaltigen Störungen müssen vor einem Ausschluss zwingend zunächst mildere Maßnahmen (z. B. Ermahnung, mündliche oder schriftliche Missbilligung, Wegnahme des Handys) versucht werden.

Wie lange darf man Schüler/-innen vom Unterricht ausschließen?

Im Rahmen einer erzieherischen Einwirkung können Schüler/-innen nur von der laufenden Unterrichtsstunde (Einzel- oder Doppelstunde) ausgeschlossen werden. Ein Ausschluss von künftigen Unterrichtsstunden ist nicht erlaubt. Hierfür ist ein Ausschluss durch die Schulleitung nach vorheriger Anhörung der Schülerin oder des Schülers notwendig (sog. Ordnungsmaßnahme).

Ist auch der gleichzeitige Ausschluss mehrerer Schüler möglich?

Grundsätzlich ist auch der Ausschluss mehrerer Schüler/-innen möglich.

Wer hat die Aufsicht für ausgeschlossene Schüler/-innen?

Es muss gewährleistet sein, dass  ausgeschlossene Schüler/-innen weiterhin beaufsichtigt sind. Dies wird von Schule zu Schule unterschiedlich gehandhabt, eine einheitliche Regelung durch die Schulleitung ist hier sehr sinnvoll.

 

Empfohlene Literatur zu diesem Thema (Partnerlinks)